Frauen und Karriere -

Einstieg und Aufstieg

 

Setzen Sie bereits in Ihrer Bewerbung Akzente! Machen Sie deutlich, weshalb gerade Sie für die ausgeschriebene Stelle in Frage kommen und stellen Sie zusätzliche Qualifikationen wie Fremdsprachenkenntnisse heraus. Informieren Sie sich vor einem Vorstellungsgespräch über übliche Gehälter in Ihrer Branche. Frauen verdienen häufig weniger als ihre männlichen Kollegen in vergleichbarer Position, da sie sich unter Wert verkaufen. Eigeninitiative lohnt sich! Informieren Sie sich über in Frage kommende Firmen und bewerben Sie sich spontan. Viele Unternehmen haben inzwischen das Potenzial von Fachfrauen entdeckt. Besonders bei Dienstleistern und im kundenorientierten Bereich werden verstärkt Frauen gebraucht. Die Unternehmen setzen auf die kommunikativen und sozialen Kompetenzen von Frauen - fachliches Wissen allein reicht für eine Führungsposition längst nicht mehr aus!

Der Erfolgsdruck ist anfangs für viele Frauen groß. Ihre Arbeit wird kritischer beäugt als die der Männer und ihr Durchsetzungsvermögen auf die Probe gestellt. Machen Sie deshalb in Projekten auf sich aufmerksam, zeigen Sie, was Sie können. Prüfen Sie sorgfältig, welchen Stellenwert Beruf bzw. Familienleben für Sie haben sollen - Sie sind Ihr eigener Karrieremanager! Bereiten Sie sich auch auf männliches Konkurrenzverhalten vor und stellen Sie sich offen Auseinandersetzungen. Das verschafft Respekt und beugt der Isolation vor. Bei echten Diskriminierungen oder Ungerechtigkeiten scheuen Sie jedoch nicht den Gang zum Vorgesetzten bzw. zum Betriebsrat.

 

Mentoring als Karriereeinstieg

Immer noch bleiben vielen Frauen Karrierechancen in Unternehmen verwehrt. Für den Aufstieg innerhalb einer Firma ist es wichtig, rechtzeitig Kontakte zu knüpfen und in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. Männern ist der Zugang zu diesen informellen Netzen innerhalb eines Unternehmens leichter möglich. Traditionelle Rollenerwartungen und "Berührungsängste" gegenüber Frauen führen dazu, dass sie bei wichtigen Personalentscheidungen oft übersehen werden. Um verstärkt Frauen in Führungspositionen zu bringen, haben viele Firmen in den letzten Jahren interne Mentoring-Programme eingerichtet. Vorreiter waren hier z. B. die Deutsche Telekom und die Volkswagen AG, die bereits 1998 Pilotprojekte starteten. Meist für die Dauer von neun bis zwölf Monaten durchlaufen die Teilnehmerinnen an der Seite ihrer Mentorin oder ihres Mentors verschiedene Bereiche des Unternehmens. In regelmäßigen Gesprächen werden ein individueller Karriereplan entwickelt, Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht. Seit Oktober letzten Jahres haben sich die Commerzbank, die Deutsche Bank, Lufthansa und Telekom auch zu sogenannten Cross-Mentoring-Programmen zusammengeschlossen. Mentees und MentorIn kommen hier aus jeweils verschiedenen Unternehmen. Ziel der Programme ist es, einen weiblichen Führungsnachwuchs zu etablieren. Hierfür ist es notwendig, Frauen den Zugang zu firmeninternen Netzwerken zu ermöglichen und die etablierten Strukturen des Unternehmens transparent zu machen. Mentee und MentorIn stehen in einer gleichberechtigten Beziehung außerhalb der normalen Vorgesetzten-Untergebenen-Hierarchie. Zusätzlich können sogenannte soft-skills, wie soziale und kommunikative Kompetenz, Teamfähigkeit und Durchsetzungsstrategien mit Seminaren und Workshops gefördert werden. Im Idealfall ermöglicht eine Einbeziehung männlicher Beschäftigter auch, die firmeninterne Kultur zu verändern. Dazu gehört u. a. die größere Wertschätzung der Arbeit weiblicher Mitarbeiter, denn Arbeit von Frauen wird bei gleicher Qualifikation häufig kritischer beurteilt als die der Männer. Die Angebote sind sehr unterschiedlich und meist auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten. Eine "Fahrstuhlkarriere" ist durch die Teilnahme an einem Mentoring-Programm sicher nicht zu erwarten, auf längere Sicht haben sich die Aufstiegschancen für Frauen aber durchaus verbessert.

 

Aufstieg

Gefördert und befördert wird nur, wer auch Karriereambitionen signalisiert! Immer noch liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen (Wirtschaft und öffentlicher Dienst) unter einem Drittel (29%), im Top-Management sogar noch darunter. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. So arbeiten in den Ingenieurs- und Informatikberufen bzw. im naturwissenschaftlichen Bereich immer noch wesentlich weniger Frauen als Männer. Dementsprechend schwer haben es Frauen dann, in Männerdomänen in die Führungsetagen vorzudringen. Hinzu kommen traditionelle Vorurteile und starkes Konkurrenzverhalten. Zudem sind Vorgesetzte oft damit überfordert, besondere Fähigkeiten und Leistungen der einzelnen Mitarbeiter zu erkennen. Stellen Sie deshalb Ihre Leistungen angemessen dar. Dabei kommt es auf das richtige Maß an - Übertreibungen und Aufschneiderei werden Frauen schwerer verziehen als ihren männlichen Kollegen.