Frauen und Karriere -

Arbeitszeitmodelle

 

Flexible Arbeitszeiten sind für Frauen im Berufsleben enorm wichtig. Innerhalb eines starren Arbeitszeitrahmens lassen sich Beruf und Familie schwer vereinbaren. Welches Arbeitszeitmodell nun am geeignetsten ist, hängt von Ihrer Qualifikation, Ihrer Einkommens- und Lebenssituation und der Art Ihrer Tätigkeit ab. Mittlerweile gibt es in vielen Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle, die bessere Voraussetzungen für einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf bieten. Informieren Sie sich in jedem Fall, welche sozialen Absicherungen für die jeweilige Arbeitszeitform tariflich festgelegt sind. Ausführliche Infos zu Tarifverträgen aller Branchen finden auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung www.boeckler.de. Hier die wichtigsten Arbeitszeitmodelle im Überblick:

 

Teilzeitarbeit
Laut Statistischem Bundesamt sind zurzeit ca. 85% aller Teilzeitbeschäftigten Frauen. ArbeitnehmerInnen, die Karriere und Familie unter einen Hut bringen wollen, bietet die Teilzeitarbeit eine interessante Alternative. Mit Inkrafttreten des neuen Teilzeit-Gesetzes zum 01.01.2001 wurden Unternehmen und Arbeitnehmern neue Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeitszeit eröffnet. Darunter sind auch Modelle, die für klassische Vollzeit-Jobs, d. h. im technikintensiven Bereich, auf Führungsebene und im Management durchaus geeignet sind. Alles über die neuen Teilzeitmodelle finden Sie in unseren Infos zur Teilzeit.

 

Zeitkonten 
Vor allem in großen Unternehmen besteht die Möglichkeit, Arbeitszeit auf Langzeitkonten anzusparen. Der Mitarbeiter entscheidet dann selbst, natürlich in Abstimmung mit dem Arbeitgeber, wann und wie lange er "aussteigt". Ob kurze Auszeit für den Urlaub unter Palmen oder eine längere Auszeit für ein Business-Studium im Ausland - die Möglichkeiten sind vielfältig.

 

Zeit-Wertpapiere
Entwickelt wurde dieses Arbeitszeitmodell 1998 im VW-Konzern zusammen mit der Hypo-Vereinsbank. Mitarbeiter können Arbeitszeit auf einem Konto "ansparen". Der Geld-Gegenwert des Kontos wird auf dem Kapitalmarkt angelegt, meist in Fonds. Das Prinzip ist einfach - das Geld vermehrt sich und damit wächst das Zeitkonto des Mitarbeiters. Ist genügend Zeit aufgelaufen und der Mitarbeiter mindestens 55 Jahre alt, kann er ganztags seinem privaten Vergnügen nachgehen und bleibt offiziell bei der Firma beschäftigt. Entscheidender Nachteil dieser Variante: das Zeitkonto kann bis jetzt noch nicht zu anderen Firmen mitgenommen werden. Scheidet der Mitarbeiter also aus dem Unternehmen aus, muss das Konto ausgezahlt oder vorher abgebaut werden.

 

Gleitzeitarbeit
Den Arbeitszeitrahmen um eine Kernarbeitszeit legt der Arbeitnehmer individuell fest, ein Zeitguthaben kann angespart werden. Es gibt auch schon Gleitzeitmodelle ohne Kernarbeitszeit, das heißt die Arbeitsteams regeln ihre Anwesenheit völlig selbstständig.

 

Job-Sharing
Zwei oder mehrere Personen teilen sich eigenverantwortlich eine Arbeitsstelle. Vorteil: die Stelle ist durchgehend besetzt und Urlaubsvertretung garantiert. Diese Arbeitszeitform erfordert genaue Abstimmung der Mitarbeiter und eignet sich besonders für Team- und Projektarbeit. Voraussetzung hierfür ist eine regelmäßige Abstimmung und Informationsaustausch. Job-Sharing gibt es auch für Teilzeitstellen.

 

Kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit
"Arbeit auf Abruf", bedeutet äußerste Flexibilisierung der Arbeitszeit, denn nur benötigte Arbeit wird geleistet und vergütet. Für Frauen mit Familie ist dieses Modell eher ungeeignet, da auf die Planung der Arbeit kein Einfluss genommen werden kann. Gesetzlich vorgeschrieben sind mittlerweile eine viertägige Vorankündigungsfrist durch den Arbeitgeber sowie eine Beschäftigungsdauer von mindestens drei Stunden.

 

Telearbeit - das Büro zu Hause
Die Mitarbeiter/innen stehen per PC mit dem Betrieb in Verbindung. Heute wird diese Arbeitsform verstärkt in hochqualifizierten Jobs angeboten, meist in Verbindung mit einem betrieblichen Arbeitsplatz (alternierende Telearbeit). Damit bietet sich eine gute Möglichkeit der Koordination von Beruf und Familie. Telearbeit gibt es auch als Teilzeitmodell (Teilzeit home).